Erfahrungsbericht - Minigolf beim PTSV Hof

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Erfahrungsbericht

Wissenswertes
Erfahrungen eines Hofer Minigolfers
- Der Bericht kann >>hier auch als PDF-Version heruntergeladen werden. (Aktuell  nicht verfügbar) -
 
 
Angefangen hat alles damit,  dass ich im Sommerurlaub mit meinem Sohn (damals 7 Jahre alt) was  unternehmen wollte und da dieser den Hofer Ferienpass besaß, darin waren  beinhaltet unter anderem 2 Freirunden auf dem Minigolfplatz am  Untreusee, lag es nahe dies doch mal auszuprobieren. Das Wetter passte,  schließlich war es August (ist leider nicht immer so) und wir machten  uns mit dem Fahrrad auf den Weg zur Anlage, die wunderschön gelegen  unterhalb der Staumauer in den 80´er Jahren angelegt wurde.

In meiner Kindheit hatte ich ab und an zusammen mit  den Eltern im Urlaub an der Ostsee oder auch in Hof auf der Anlage am  Freibad gespielt. Und ich glaube mich zu erinnern, dass ich dabei nicht  mal so schlecht abgeschnitten habe. Mit ein bisschen „Mogeln" schaffte  ich es sogar unter die 30 in einer Runde zu kommen.
Auf dem Platz wurden wir von einem freundlichen Menschen, dem  Markus, empfangen. Er freute  sich über unser Interesse und drückte uns einen Kinder- und einen  Erwachsenenschläger, sowie zwei bunte Bälle in die Hände, zusammen mit  den Schreibutensilien. So, nun gut Schlag, setze er an und wir zogen los  in Richtung erster Bahn. Nun, welche Verwunderung, die Bahnen waren  entgegen der üblichen Ausführung nicht als Eternitbahn ausgebildet,  sondern in Beton gestaltet. Diese durfte man sogar betreten. Nun setzen  wir zum ersten Schlag an. Geradeaus nur auf einer Linie - kann ja nicht  so schwer sein, dachte ich mir, und schlug einfach drauf. Viel zu  schnell war der Ball, in der Richtung passte es zwar, aber er glitt  übers Loch und verließ die Bahn. Beim zweiten Schlag, ich machte dies  wider besseren Wissens wieder vom Abschlagpunkt weg, etwas vorsichtiger,  geriet der Ball leicht nach links, aber bei der Länge der Bahn gab dies  natürlich doch eine große Abweichung von der Ideallinie, sodass dieser  an die Bande sprang und dann nach Rücklauf ca. einen halben Meter vom  Loch weg liegen blieb. Ein weiterer Versuch, den Ball von dort  einzulochen war von Erfolg gekrönt, so dasa ich dachte, bist gar nicht  mal so schlecht, obwohl ich schon mindestens 25 Jahre nicht gespielt  hatte.

Nun war der Sohn dran. Er legte den Ball auf und stellte  sich wie er sich dies von mir abgeschaut hatte mit den Füßen parallel  zur Schlagrichtung und bewegte den Schläger Richtung Ball. Nun was soll  ich sagen, der Ball rollte wie von einer Schnur gezogen Richtung  Zielkreis und mit einem hörbaren Plopp lochte er ein. Anfängerglück  dachte ich mir. Als dem Großen durfte ich mit natürlich nichts anmerken  lassen, ich war aber schon ein wenig irritiert, ob der  „Schlagfertigkeit" meines Nachwuchses. Bei der nächsten Bahn wollte ich  dann besser sein und strengte mich ganz besonders an. Wieder eine gerade  Linie, doch was war das? - Im Zielkreis standen vier Steine und der  Ball prallte an einem dieser Hindernisse ab, verschlug sich Richtung  Bande und blieb hinter einem der Steine liegen. Missmutig machte ich auf  gute Miene, Vorbildfunktion versteht sich da von selbst, und versuchte  nun den Ball frei zu schlagen, was aber nur minder Erfolg zeigte, da  dieser wieder hinter einem Stein zum liegen kam. Ihr könnt euch sicher  vorstellen, dass ich bei der Bahn mit den 6 maximal vorgegebenen  Schlägen nicht einlochen konnte, so das auf meinem Spielzettel eine 7  notiert werden musste. Nun wieder der Sohn, obwohl ohne jegliche  Erfahrung, schaffte er es zumindest mit drei Schlägen den Ball ins Loch  zu befördern. Nun ich will es kurz machen, am Ende der Runde hatte ich  auf meinem Spielzettel zusammen für alle 18 Bahnen einen Stand von 72  Zählern und der Sohnemann nur 67. Nun war natürlich mein Ergeiz geweckt  und wir versuchten sofort noch eine Runde. Ein bisschen besser ging  diese für mich aus, zumindest unter 70 Zählern, soviel will ich  verraten, aber ich hatte wieder keine Chance gegen den Sohn, der mit  einer Rundenzahl von 58 rekordverdächtig erschien. Eine Nachfrage beim  Platzwart nach dem Platzrekord lies uns aber doch wieder auf den Boden  der Tatsachen zurückkehren. 25 gab er uns zur Antwort und ich konnte  erst mal nur tief durchatmen. Und nachdem ich mich wieder etwas  gesammelt hatte fügte er hinzu: "aber nicht mit der normalen  Bahnausrüstung, sondern nur mit speziellen Minigolfschlägern und  Bällen". Als Beispiel zeigte er uns einen „Profischläger" und im  Schaukasten im Inneren der zugehörigen Gaststätte eine Auswahl an  Bällen. Ich hatte so etwas vorher noch nie gesehen und fragte ob wir  dies nicht auch einmal mit dieser Ausrüstung probieren könnten, was er  bereitwillig befürwortete. Zufällig kam damals ein älterer Herr, der  Vater des Platzpächters vorbei und erklärte sich bereit uns an den  Bahnen einige Tipps zu geben (wie der Schläger zu halten wäre, wohin man  mir welchem Ball und welcher Stärke spielen sollte, etc.). Er selbst  hatte eine ganze Tasche mit Bällen dabei, ich schätzte mindestens 50 -  60 Stück. Der Sohnemann guckte ganz interessiert!  Bunte Bälle - und  gleich so viele. Der Mann suchte einige Bälle aus und ließ sie auf die  Bahn fallen. Siehst du was, fragte er meinen Junior. Selbst ich sehe,  dass der eine Ball mit einem dumpfen PLOPP auf der Bahn zu liegen kam.  Und der andere flog herum wie Flummi. Ein anderer Ball hüpfte halbhoch,  ein anderer sprang zwei, drei Mal auf und nieder auf der Bahn. Der Sohne  guckte ganz interessiert - und der Golfmann erklärte: Da gibt es "Tote"  und da gibt es "Sprungfreudige". Das da sind ... Also nach jeder Menge  Informationen, ich kann es mir bis heute nicht wirklich merken, über  Bälle, Schläger, Gummis und noch ganz andere Sachen wie Temperatur,  Feuchtigkeit, Bande, Rücklauf oder Geradeausspiel, - und was weiß ich  was noch alles - lächelte mein Junior mich an. Papa, sagte er, das will  ich auch, und wir probierten unsere erste „Profirunde".

Der  Minigolflehrer zeigte meinem Sohne einige Schläge, erklärte wo und warum  man auf welcher Bahn dieser oder jener Ball besser ist, weshalb man  diesen einen Ball auf diesen Punkt legen muss und erklärte genau welchen  Punkt man "anvisieren" sollte , wo man die "Bande" anspielen, - wie man  den Schläger halten musste, wie und auf welche Weise man mit welcher  Geschwindigkeit spielen könnte. Der Junior nahm also die  „richtigen"Bälle, setzte diese auf den Punkt, visierte das Loch an -  oder war es die Bande oder was auch immer - und konzentrierte sich und  schlug nach 5 Sekunden Konzentration - mit den ersten Schlag den  Ball -  mit einem As - genau ins Loch.

Dann gab mir der Minigolfllehrer,  Hans-Jürgen hieß er übrigens,  einen Schläger. "Auf", sagte er, "jetzt  bist du dran". Also habe ich den Ball aufgelegt,  das Loch anvisiert.  Sch ... , nicht richtig getroffen. Der Ball kam zu mir zurück. Ich hab  vier  Schläge gebraucht, Nun war der Sohn bei der nächsten Bahn wieder  dran und brauchte auch nur einen Schlag. Neid kam meinerseits etwas auf  und der Ergeiz war geweckt. Der Minigolftrainer lachte uns an. "Jawoll",  sagte er, "der Kleine hat Talent, der kann das lernen", und erwähnte so  ganz nebenbei, dass man diesen Sport auch im Verein spielen könnte, mit  richtigen Turnieren, Vereins- und , sogar eine Bundesliga würde es da  geben und internationale Wettbewerbe wie Weltmeisterschaften. Ungläubig  schüttelte ich den Kopf, aber mein Interesse war geweckt.

Mittlerweile  sind rund 8 Jahre vergangen. Der Sohn und auch ich spielen noch immer  Minigolf (bei Betonbahnen damals auch Bahnengolf genannt). Irgendwann  musste ich ja fast täglich mit meinem Sohn auf die Anlage, Minigolfen  halt. Also eines vorweg: Ich schaffe es bis heute nur ganz selten meinen  Sohn zu schlagen und ehrlich gesagt - entweder ist es das Alter oder  so, aber ich kann mir das mit den Bällen einfach nicht so gut merken.  Der Sohn ist mittlerweile ein Experte. "Papa", sagt er, "guck mal, das  ist ein 'Deutschmann' - oder das ist der Classic 3 für die und die Bahn,  den musst du genau hierhin spielen, dann wird's ein As. Ich gebe mir ja  alle Mühe aber mein Sohn ist mir darin wirklich meistens überlegen.

Ich hab auch zusammen mit ihm irgendwann zum ersten Mal an einem Turnier teilgenommen ("Papa, du machst da mit".  Na, was soll es, dachte ich, hab ja genug Übung vom Spielen mit dem  Junior. Was soll ich sagen: Das Turnier ging über 3 Runden. Eine  Vereinsmeisterschaft. Bei 18 Bahnen macht das also insgesamt 54 (!)  Bahnen. Und ungefähr so - bei mir 160 Schlägen mit ungefähr 10  verschiedenen Bällen oder so. Und mit über 30 Teilnehmern und  Teilnehmerinnen hat das gedauert bis es fertig war. Ich auch! Fix und  Fertig! Total am Ende - am Ende (des Turniers...). Morgens um neun ging  es los - gegen Mittag war ich fertig, fix und alle, das Turnier nicht.  Es dauerte bis ungefähr 14 Uhr ...
Mittlerweile spielen wir beide in  der Landesliga zusammen mit anderen minigolfbegeisterten Mitspielern im  Verein, einer Abteilung des PTSV Hof, und treten dabei im Einzel- bzw.  Mannschaftswettbewerb an. Auch an  Pokalturnieren im näheren Umkreis  nehmen wir teil.

Tja, der Sport ist wirklich einer. Ohne ein hohes  Maß an Kondition geht es hier nicht.  Erschöpfung vom Golfen? Von  Minigolf? Ja, und wie! Aber mittlerweile habe ich kapiert, dass das  Leistungssport ist. Ich habe verstanden, dass das wirklich anstrengend  und auch schwer sein kann. Und wisst ihr was: Das hat sogar einige  andere Aspekte. Und auch wegen denen schreibe ich die hier. Der Junior  ist nicht mehr so "hyperaktiv" wie früher! Und das kommt vom Minigolfen.  Du lernst ja dich zu konzentrieren! Und du lernst auch, dich zu  "bremsen", jeden Schlag musst du dir ganz genau überlegen, machst  mathematische  "Berechnungen" -Einfalls - und Ausfallwinkel. Bei jeder  Bahn, bei jedem anderen Wetter, kalt oder warm, musst du genau  überlegen, welchen Ball du wie spielst. Nein, Minigolf ist nicht einfach  zwischendurch einige Bälle da oder dorthin zu spielen. Du musst dabei  schon alles ganz genau berücksichtigen, sonst wird das nichts  gescheites!
Der Sohn hat mittlerweile diverse Titel - Schülermeister,  Jugendmeister in der Landesliga und Vereinsmeister in seiner  Altersklasse und bei einigen Pokalturnieren war er auch schon auf dem  Treppchen gestanden.

Mittlerweile hat der „Kleine" über 80 - 100  Bälle! "Papa, ich brauch unbedingt den 83er Deutschmann in 'unlackiert',  sonst kann ich die Bahn da nicht spielen", ich schau mal schnell bei  Ebay rein ob ich den finde. Ein großer Teil seines Taschengeldes geht so  für Equipment drauf. Aber es macht ihm viel Spass.
Und noch eines  zum Schluss.  Ich habe dabei viele Menschen kennen und auch schätzen  gelernt! Es ist echter Leistungssport, er ist auch medizinisch gesehen  wirklich und wahrhaftig wertvoll! Diese wundervollen Menschen spielen  Minigolf, spielen Turniere mit und trainieren oft. Diese Leute sind zum  Beispiel aktive Ruheständler, die das eine oder andere Zipperlein haben  aber noch nicht zum alten Eisen gehören wollen und immer für einen Rat  gut sind,  junge Menschen die begeistert bei der Sache sind und andere  mitreißen können und alle sind ganz normal, alles Leute wie du und  ich.  
Vielleicht denkt ihr mal darüber nach,  ..., der Verein sucht  immer Nachwuchs, sei es in der Jugendabteilung, Damen und Herren oder  auch bei den Senioren. Ein Sport also für die ganze Familie. Vielleicht  gefällt es euch und ihr werdet auch ein „Minigolfer".
Bei Interesse meldet euch doch einfach mal zu einem Probetraining.
In diesem Sinne: Gut Schlag!
 
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